Ein etwas eigenartiger Titel, ein wirklich außergewöhnlicher Comic: Nur mit Punkten und Text erzählt Shane Simmons seine Geschichte – und es funktioniert! Durch die Abstraktheit der Bilder füllt die Fantasie den Rest aus. Zudem ist die Lebensgeschichte des Roland Gethers hervorragend geschrieben und mit einem grandiosen Humor durchwebt, irgendwo zwischen Witz von Monty Python und tiefster Tragikomik.

Hauptdarsteller Roland Gethers hat es aber auch nicht einfach: Als Familienoberhaupt einer streng katholischen Familie mit unzähligen Kindern (wie viele genau, weiß er selbst nicht mehr) muss er sich durch dieses „ungelernte“ Leben kämpfen. Und der Leser ist dabei:

Während seiner Jugend, die er auf sich allein gestellt verbringt, da seine Mutter bereits bei der Geburt verstarb. Der Vater und die Brüder arbeiten im Bergwerk, und somit bleibt Roland sich selbst überlassen.

Bei seinem Berufsleben, in dem er sich als Buchhalter versucht und scheitert.

Als Soldat in Afrika, wo er die Gräuel des Kolonialismus am eigenen Leibe erlebt und schließlich verletzt ausgemustert wird – um daheim wie der Rest seiner Sippe im Kohlenstaub des Bergwerks zu landen.

Humor in der Tristesse

Das könnte jetzt alles in ein unglaublich deprimierendes Werk vom Scheitern eines Menschen ausufern, aber Simmons injiziert die düsteren, teilweise gar traurigen Geschehnisse mit herrlich trockenem Humor, der gepaart mit den abstrakten Punkt-Bildern erst richtig zur Geltung kommt. Wenn zwei Punkte sich über die diversen Kolonien unterhalten und einer fragt, ob die Menschen denn dort alle wissen, dass sie zum britischen Reich gehören und der andere erwidert, dass man zur Erinnerung einfach eine Armee vorbeischickt, die „bringt dann eine Menge um, dann wissen sie es wieder“, bleibt einem das Lachen angesichts der britischen Vergangenheit auch schon mal im Halse stecken. Aber es gibt auch wirklich heitere Momente, so zum Beispiel eine großartige Diskussion über den Geschmack von Sperma, das gar nicht wie die anderen Samen schmeckt, nicht so nussig, eher glibberig …

Ob als Buchhalter, Soldat oder verschütteter Bergwerksarbeiter – das Schicksal des ständig ausgebeuteten Roland Gether ist äußerst lesenswert!