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DAS KLEINE KLOSTER AM UFER DER MEUSE
Part 1: Marianne Et Terese
Autor & Zeichner: Klaus Lelek ("Ein Hahn, zwei Hennen und ein Kapau")
Format: Comic-Album in Softcover (SC = Broschur)
Erstauflage: 230 Exemplare
Erschienen: Mai 2008
Expose:
Ein teilweise zweisprachiger Comic aus der zeit des französischen Rokoko
Das kleine Kloster Am Ufer der Meuse, Part I: Marianne et Therese von Klaus Lelek...
... ist ein Lothringisches Decameron. Paris zur Zeit der Französischen Revolution.
Der Saarbrücker Benediktinermönch Michel Puderbach sitzt im Gefängnis Abbaye und wartet auf seine Hinrichtung. Er hat den Liebling von Robbespierre verführt. Nun droht ihm die Guillotine. Noch einmal lässt er sein Leben Revue passieren. All seine Gedanken kreisen um den Ort "Pechesviller sur Meuse", eine typische Französische Kleinstadt, wie man sie aus einschlägigen Filmen kennt. Hier treibts jeder mit jedem. Am schlimmsten sind der laszive Monsieur Bouc, Abbe des Benediktinerklosters und seine üppigen Mätressen Therese und Marianne. Was ein Glück für Michel, dass es noch den schwulen Prior Pater Paul gibt, sonst wäre es in dieser heterosexuellen Lasterhölle nicht auszuhalten.
Da Lothringen erst seit einer Generation (Dank den freundlichen Truppen Ludwig des XIV) zur "Grand Nation" zählt, sprechen die Akteure ein grottenschlechtes Französisch, besser gesagt eine Melange aus Moselfränkisch und Französisch. Eine Beleidigung also für alle frankophilen Sprachperfektionisten, und vor allem für Französischlehrer. Wer dagegen Sinn für Humor hat, wird in dieser "billingue bande dessinee" auf spielerische, heitere Art soviel von der edlen Sprache lernen, daß er sich problemlos in Strassburg und vielleicht sogar in Paris einen Cafe bestellen kann. Ob´s für einen Flirt mit der Bedienung reicht, hängt von der Toleranzschwelle der Dame ab und von deren Deutschkenntnissen.
"Das kleine Kloster am Ufer der Meuse" ist eine pralle, lustvolle Satire mit erotischem mitunter auch frivolem Inhalt und einer gehörigen Portion Bosheit. (Wie übrigens auch das italienische Vorbild) Wer ein bißchen genauer hinsieht, entdeckt vielleicht auch ein wenig Hintersinn und philosophische und historische Anspielungen. Einschlägige Geschichtskenntnisse sind im jedem Fall von Vorteil, denn der Zeichner und Autor mischt historische Fakten mit Fiktionen. "Marianne et Therese" ist Teil einer Trilogie. Teil II "Katharina la grose und ihre beiden Diener Ficks und Wichs" (In Arbeit) ist eine Anspielung auf Madame de Warens, die Muse und "Mama" des französischen Philosophen Rousseau. In Teil III " Der Besucher aus Preussen" (in Planung) geht es um Deutsch-französische Konflikte, die – zumindest im Comic – weitgehend friedlich gelöst werden.
Denn bei allem Spott erweist sich der Schöpfer der ausladenden Bildergeschichten als großer Bewundere der französischen Kultur, die, wären da nicht die verflixten Sprachbarrieren, noch mehr Freunde finden würde.
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